Tom Wesselmann



Werke / Works of art / Trabajos / Œuvres d'art

Tom Wesselmann,

Tom Wesselmann

(Cincinnati 1931 - 2004 New York)

"Claire Nude"

Farbsiebdruck 1980

78,8 x 76,3 cm Abb. 63,5 x 61 cm

sign. num. dat. bez.

Auflage 225 Exemplare

Archiv Tom Wesselmann Art

[20184]



Biografie / Biography


TOM WESSELMANN
Tom Wesselmann wurde 1931 in Cincinnati, Ohio geboren und starb 2004 in New York.
Von 1945-1951 studierte er am Hiram College, Ohio und seit 1951 Psychologie an der Universität von Cincinnati. Nach dem Militärdienst (Koreakrieg) studierte er an der Cooper Union School of Art and Architecture in New York. Sein Leitmotiv wurden Stillleben und weibliche Akte in sexueller Provokation. Seit 1983 übertrug er seine Stillleben und Akte auf Metallplatten, aus denen er sie mit einem Laserstrahl ausschnitt.
Die Serie der "American Nudes" datiert seit 1961. Sie entstanden zunächst als Combine-Paintings. Akte oder auch nur Gesichter sind in Schlafzimmer oder Badezimmerinterieurs zu sehen. Auf die frühe, stark von Matisse inspirierte Phase einer ornamental aufgefassten Körperlichkeit , folgten 1962 und 1965 teils Überarbeitete, teils komplett als Collagen übernommene, realistische Frauenakte aus Journalen und Werbetafeln. Kennzeichnend für seine Akte ist die verheißende Pose der Frauen, die sich genauso ungenierte anzubieten scheinen wie Dosenbier und Cornflakes und signalisieren Hingabebereitschaft. Sie bestehen in der Regel nur aus fleischfarben angelegten Körpersilhouetten, dem knallroten Kussmund, Brustwarzen, weißen Zähnen, plakativ eingesetzten Geschlechtsmerkmalen. (Zit. nach Materialien für den Kunstunterricht im Museum, 1, Pop Art, von Klaus Flemming, Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach, S. 75)
"Ich habe eine Abneigung gegen Etiketten im allgemeinen und gegen Pop im besonderen, vor allem weil bei diesem Begriff die Betonung zu sehr auf dem verwendeten Material liegt. Es scheint tatsächlich eine bestimmte Tendenz zur Verwendung ähnlicher Materialien und Bildmotive zu geben, aber die unterschiedliche Art und Weise, wie sie verwendet werden, spricht dagegen, dass es sich um eine Gruppe mit einer gemeinsamen Intention handelt. …
Was mir an der Collage gefällt, ist, dass man alles verwenden kann. Dadurch erhält man irgendwie diese breite Vielfalt, und es bewirkt in einem Bild Reflektionen von einer Art Realität auf eine andere. …
Wenn es einen Aspekt meiner Arbeit gab, der für mich aufregend war, dann war es diese spezifische Möglichkeit – nicht nur die Unterschiede zwischen den verschiedenen Darstellungsmodi, sondern die besondere Aura, die jede Art mit sich brachte. Jede Darstellungsform hat eine eigene Realität; die Reflektionen schienen eine Möglichkeit zu bieten; das Bild zusätzlich zu intensivieren. Ein gemaltes Zigarettenpäckchen neben einem gemalten Apfel genügte mir einfach nicht. Sie gehörten zur gleichen Kategorie. Aber wenn das eine aus einer Zigarettenwerbung stammt und das andere ein gemalter Apfel ist, bilden diese zwei verschiedenen Realitäten und profitieren voneinander. Viele Dinge profitieren voneinander: kräftige leuchtende Farben, die Eigenschaften der Materialität, Motive aus der Kunstgeschichte und der Werbung. Eine Beziehung dieser Art bewirkt eine das ganze Bild durchziehende Kraft…" (Zit. nach Materialien für den Kunstunterricht im Museum, 1, Pop Art, von Klaus Flemming, Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach, S. 75)