Ernst Mollenhauer

Werke / Works of art / Trabajos / Œuvres d'art

Ernst Mollenhauer,

Ernst Mollenhauer

(Tapiau 1892 - 1963 Düsseldorf)

"Erntefeld vor Keitum/Sylt"

Öl auf Papier 1958

53 x 69,3 cm

sign. dat.

[13667]

Ernst Mollenhauer,

Ernst Mollenhauer

(Tapiau 1892 - 1963 Düsseldorf)

"Nächtliche Straße in Keitum"

Farblithographie 1957

52 x 70 cm Abb. 48 x 61,5 cm

sign.

[19693]


Biografie / Biography / Biografía / Biographie

Ernst Mollenhauer in Keitum

Ernst Mollenhauer vor dem Atelier in Keitum auf Sylt, 1962


27.8.1892 geboren in Tapiau/Ostpreußen, aufgewachsen in Königsberg. Sein früher Entschluss, Maler zu werden, wird bestärkt durch die Befürwortung von Lovis Corinth. Auf Wunsch des Vaters jedoch zunächst eine kurze Lehrzeit in einer bekannten Königsberger Reederei.
1913 Beginn des Studiums an der Königsberger Akademie. Erlass des damals üblichen Probejahres durch Prof. Dettmann. Aktklasse unter Prof. Pfeiffer, dazu Graphiker- und Bildhauerklasse. Praktische Mitarbeit an den Wandgemälden Pfeiffers in Elbing und Tilsit. Akademieferien in Großkuhren im Kreis von Waldemar Rösler, Illies, Dellbrück, Domscheit, Jernberg u.a.
1914–18 Als Kompanieführer im Ersten Weltkrieg in Polen, Russland, Italien, Frankreich. Das umfangreiche gezeichnete Kriegstagebuch wird 1945 in Nidden vernichtet.
1918–22 Fortsetzung des Studiums an der Königsberger Akademie, Meisterschüler bei Prof. Degner.
1918 Gründungsmitglied der Künstlervereinigung "Der Ring".
1919 Vorsitzender des Studierendenausschusses. Anlässlich einer Gedenkfeier für die Gefallenen Eröffnung der "Ausstellung der Zurückgekehrten". Verschiedene Ausstellungen innerhalb Ostpreußens.
1920 Heirat mit Hedwig Blode, der Tochter des "Künstlervaters" Hermann Blode, Mäzen und Eigentümer des bekannten Künstlergasthofes in Nidden, der Keimzelle der Niddener Künstlerkolonie.
1922–24 Aufenthalt in den USA. Verlust zweier Ausstellungen durch Diebstahl und Brand. Stellt dort als einer der ersten deutschen Maler nach dem Weltkrieg aus (Dudensing Galleries, New York). Mitarbeiter in einem Studio zur Herstellung projizierbarer Bühnenbilder (u.a. für die Metropolitan Opera). Diese Arbeit hat nach der Rückkehr nach Deutschland einen Ruf Max Reinhardts an dessen Berliner Theater zur Folge, dem Mollenhauer jedoch nicht folgt. Er geht nach Nidden im jetzt von Litauen annektierten Memelgebiet zurück. Verschiedene Reisen durch Deutschland und Österreich. Ende der zwanziger Jahre übernimmt er den alten Künstlergasthof seines Schwiegervaters und sorgt bis 1945 maßgebend für Erhalt und Pflege der Niddener Künstlerkolonie, des Dorfes und der einmaligen Nehrungslandschaft.
1939 Rückgliederung des Memellandes an das Deutsche Reich. Mollenhauer wird durch die Nationalsozialisten als "entartet" abgestempelt und erhält sofortiges Ausstellungsverbot. Die große Gemäldesammlung des Hauses Hermann Blode bedroht ein zweimaliger "Bildersturm", dem sich Mollenhauer mit allen Mitteln widersetzt. Seine Bekanntschaft mit Thomas Mann und die Betreuung von dessen Domizil in Nidden, die Aufnahme jüdischer Gäste und die Weigerung, sein Haus der Partei zu öffnen, bringt ihm die ständige Bedrohung einer Verhaftung durch die Gestapo ein.
1944–45 Kriegsdienst. Durch die militärischen Gegebenheiten bleibt Mollenhauer noch bis 1945 in Nidden. Das gesamte künstlerische Werk in Atelierbesitz wird im Januar/Februar 1945 durch einmarschierende sowjetische Truppen zerstört oder verschleppt, desgleichen die Gemäldesammlung des Hauses Hermann Blode. Kriegsgefangenschaft in Dänemark und in englischem Lager in Schleswig- Holstein. Nach der Entlassung Neubeginn in Kaarst bei Neuss.
1950–63 Atelier in Düsseldorf.
Ab 1946 wiederholte Studienaufenthalte in der Eifel, der Lüneburger Heide, an der Nord- und Ostseeküste, in Österreich, Frankreich, Holland und in der Schweiz. Dazu jährliche Aufenthalte auf Sylt, erst in Kampen, dann in Keitum. Seit Anfang der 50er Jahre zweites Atelier in Keitum, das 1969 mitsamt den dort befindlichen Bildern einer Brandstiftungsserie zum Opfer fällt.
1957 Bundesverdienstkreuz
3.4.1963 gestorben in Düsseldorf, beigesetzt auf dem alten Friedhof in Keitum auf Sylt.

Besitz in Museen und Sammlungen

Ostdeutsche Galerie Regensburg
Städtische Kunstsammlungen Gelsenkirchen-Buer
Städtische Kunstsammlungen Düsseldorf
Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg
Galerie Villa Merkel, Esslingen
Städtische Sammlung Lünen
Museum Goslar
Clemens-Sels-Museum, Neuss
Altonaer Museum Hamburg
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss, Gottorf
Bundesregierung, Bonn
Landesregierungen und Ministerien
von Nordrhein-Westfalen,
von Baden-Württemberg,
von Berlin

Industriewerke wie
Bayer AG, Leverkusen
Böhlerwerke, Düsseldorf
Thyssen, Düsseldorf
Haniel, Duisburg
Schwarzhaupt, Köln
und anderen

Ausstellungen

1948 Galerie Alex Vömel, Düsseldorf
Kunst- und Bücherstube Dr. Carl Peter Baudisch, Neuss
Berufsschule, Neuss
1950 Kunstverein, Köln
1951 Im Rom, Recklinghausen
1953 Kunstmuseum Kupferstichkabinett, Düsseldorf
1955 Städtisches Museum, Goslar
Kunstverein, Heidelberg
1957 Haus Metropol, Bochum
Landolinshof, Eßlingen
1958 Galerie Boisserée, Köln
1960 Städtische Kunstsammlung, Gelsenkirchen
1962 Mercator-Halle, Duisburg
1963 Kunstverein, Mannheim
Neue Residenz, Bamberg
Foyer des Theaters, Lünen
1969 Haus des Deutschen Ostens, Düsseldorf
1972 Hochhaus der Bayer AG, Leverkusen
1973 Schelmenturm, Monheim
1977 Ostdeutsche Galerie, Regensburg
1978 Villa Merkel, Esslingen
1979 Städtische Galerie - Altes Theater, Ravensburg
1982 Haus des Deutschen Ostens, Düsseldorf
EP Galerie, Düsseldorf
1983 Clemens-Sels-Museum, Neuss
Deutschlandhaus, Berlin
1984 EP Galerie, Düsseldorf
1985 Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Landesvertretung Schleswig-Holstein, Bonn
Kurfürstliches Schloss, Mainz
1986 Deutschlandhaus, Berlin
1988 Detmolder Schloss, Detmold
Haus des Deutschen Ostens, Düsseldorf
EP Galerie, Düsseldorf
1989 Westdeutsche Kunstmesse - Galerie Boisserée, Köln
Amtsrichterhaus, Schwarzenbek
1990 Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Ministerium für Soziales und Familie, Mainz
Westdeutsche Kunstmesse - Galerie Boisserée, Köln
1991 Museum für Geschichte und Kunst des Gebietes Kaliningrad, Königsberg
1992 Hochhaus der Bayer AG, Leverkusen
Clemens-Sels-Museum, Neuss
Altes Rathaus, Eßlingen
Galerie Boisserée, Köln
1993 Leopold-Hoesch-Museum, Düren
Landesmuseum Volk und Wirtschaft, Düsseldorf
1995 Gemäldegalerie der Stadt Kaliningrad-Königsberg, Königsberg
1997 Museum Stadt Königsberg, Duisburg
1998 Hallescher Kunstverein im Stadtmuseum, Halle
Stiftung Deutschlandhaus, Berlin
1999 Galerie Boisserée, Köln
2001 Lietuvos dailes muziejaus dienos aktualijos (Nationalgalerie Vilnius, Litauisches Museum für Moderne Kunst), Vilnius/Litauen
Pranas-Domsaitis-Galerie (Gemäldegalerie Memel), Memel/ Klaipeda
2002 Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn, Burg auf Fehmarn
2003 Galerie Boisserée, Köln
2005 Gemäldegalerie der Stadt Königsberg/Kaliningrad, Königsberg
2006 Städtische Museen – Museumsberg Flensburg, Flensburg
Galerie der Stadt Westerland, Sylt, Westerland
Kunsthaus Stade
Städtische Galerie in der Reithalle, Schloss Neuhaus, Paderborn
2007 Museum Stadt Königsberg, Duisburg
Galerie Boisserée, Köln

Außerdem seit 1947 Beteiligung an über hundert Ausstellungen im In- und Ausland.